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Corvey und Mission

Mission

Der Begriff „Mission“ (lat. missio: das Gehenlassen, das Schicken, die Entsendung) bezeichnet seit dem 16. Jahrhundert die Bemühung um den Gewinn Ungetaufter für das Christentum. Diese Form der Religionsausbreitung ist aber unter verschiedenen Bezeichnungen charakteristisch für alle Universalreligionen und kein spezifisches Phänomen des christlichen Glaubens.[1] Jesus selbst verstand sich als Missionar, indem er als Wanderlehrer danach strebte, die verlorenen Schafe Israels zu sammeln, und die Botschaft vom nahen Gottesreich verkündete.[2] Nach den Christenverfolgungen der Spätantike und dem Toleranzedikt Kaiser Konstantins in Mailand 313 fand ein Prozess der Christianisierung des gesamten öffentlichen Lebens statt. Die Grenzen zwischen Kirche und Staat verwischten, staatliche Hoheitsaufgaben wurden der Kirche übertragen und kirchliche Belange, wie beispielsweise die Verdrängung der heidnischen Religionen, wurden fortan vom Staat wahrgenommen.[3] Jerzy Strzelczyk teilt die Linien der Christianisierung Europas in vier Phasen ein: die erste Phase umfasste die apostolischen und postapostolischen Anfänge des Christentums, die zweite setzte im 4. Jahrhundert ein, nach dem Toleranzedikt von Mailand 313 und dem Ende der Christenverfolgungen auf dem Boden des Römischen Reiches. [4] Angemerkt sei hier, dass die Tradition des christlichen Glaubens bis zum 7. Jahrhundert selten über die Grenzen des ehemaligen Römischen Reiches hinausging.[5] Die dritte Phase sieht Strzelczyk in der irischen und angelsächsischen Mission begründet, die im 7. und 8. Jahrhundert die Grenzen des Limes überschritt und von der britischen und fränkischen Kirche getragen wurde. Dieser Zeitraum umfasst auch die Sachsenmission Karls des Großen und seines Sohnes Ludwig des Frommen, sowie die weitere Bekehrung der nördlichen Länder unter sächsischen Geistlichen im 9. Jahrhundert. Mit der vierten und letzen Phase werden schließlich ab dem 8. Jahrhundert auch die slawischen Völker und die entlegeneren Landesteile Skandinaviens bekehrt.[6]

Im Mittelalter stellte sich das Christentum in kultureller, religiöser, geistlicher, wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und politischer Hinsicht gänzlich anders als in der Antike dar. Zum ersten Mal reflektierte die Kirche über Missionsansätze, -methoden und -theorien.[7] Ihre Bemühungen gingen weit über das bloße Ziel hinaus, Menschen für die Taufe zu gewinnen. Mission wurde theoretisiert, und der äußeren, formalen Eingliederung in die Kirche folgte eine umfassende Nacharbeit, in der das christliche Verständnis und die tiefere Aneignung der neuen Religion auch in den nachfolgenden Generationen gefestigt werden sollte.[8] Um sich an den neuen, christlichen Werten, die einen entscheidenden Einschnitt in die bisherige Lebenswelt der Bekehrten bedeuteten, orientieren und diese annehmen zu können, brauchte die Bevölkerung glaubhafte Vorbilder, die nicht nur das Wort Gottes verkündeten, sondern auch danach lebten.[9] Klöster als Multiplikatoren von neugeschaffenem und überliefertem Bildungsgut und als Darstellung des Ideals einer christlichen Glaubensgemeinschaft konnten diese Aufgabe erfüllen.[10]

Dort, wo die Kleriker nicht auf Reste einer romanisch geprägten Landschaft und auf dezentrale Herrschaftsstrukturen stießen, gelang es ihnen zunächst nicht, ganze Stammesgemeinschaften von dem neuen Glauben zu überzeugen.[11] Mission, kirchliche Erfassung, innerkirchliche Nacharbeit, Herrschaftsexpansion und Herrschaftskonsolidierung griffen eng ineinander,[12] denn frühmittelalterliche Mission blieb zunächst politische Mission. Die Heiden, die sie erreichen wollte, waren politische Verbände, und der Weg, sie zu bekehren, führte über den Versuch, ihre politischen Herrschaftsträger zu gewinnen.[13] Die gegen Ende des 7. Jahrhunderts im nördlichen und östlichen Frankenreich einsetzende Mission schuf in den heidnischen Gebieten durch Einrichtung von Diözesen und vor allem durch Klostergründungen administrative Zentren, die rasch zu wirtschaftlichen, geistigen und kulturellen Mittelpunkten ihres Wirkungsgebietes aufstiegen.[14]

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Die Sachsenmission Karls des Großen

Die angelsächsische Mission des 6. und 7. Jahrhunderts in den sächsischen Gebieten[15] war an der engen Beziehung politischer und kultureller Lebensformen der paganen Gemeinschaften gescheitert. Durch ihre Lage zwischen dem heidnischen Nord- und Ostseeraum und dem christlichen Frankenreich konnten die sächsischen Stämme sich bis zum späten 8. Jahrhundert ihre religiöse Ausrichtung bewahren. Auch gab es keine zentrale Herrschaftsgewalt, an der die Missionare sich hätten orientieren können.[16]

Da die Erschließung dieser Gebiete demnach nicht über die Gewinnung einer monarchischen Spitze erfolgen konnte, versuchte Karl der Große, die Gebiete östlich des Rheins durch militärische Vorstöße, Repressionen wie Zwangstaufen und Umsiedelungen der Bevölkerung sowie durch die Errichtung einer klerikalen Administration in sein Reich einzugliedern.[17] Sein Vorgehen unterschied sich also von seinem angelsächsischen Vorgänger in entscheidender Weise: Er entwickelte seit 772 ein Mission mit Krieg verbindendes Konzept für eine Integration der sächsischen Gebiete.[18]

Im Jahr 772 begann Karl der Große seine aktive Sachsenpolitik mit der Eroberung und der Zerstörung der Eresburg und dem sächsischen Heiligtum Irminsul. 775 errichtete Karl mit der Einnahme der Syburg und dem Wiederaufbau der Eresburg feste Stützpunkte seines Kaisertums und der christlichen Mission in Sachsen.[19] Der Geschichtsschreiber Nithard (ca. 790-844/45), ein Enkel Karls des Großen, weiß über den Potentaten zu berichten: „mit gezügelter, doch furchtgebietender Strenge hat er die wilden und eisernen Herzen der Franken und Barbaren so gebändigt, dass sie offen in seinem Reiche nichts zu unternehmen wagten, als was mit dem allgemeinen Wohl und Besten sich vertrug.“[20] Im Jahr 785 erreicht Karl der Große in seinen Feldzügen einen wichtigen Sieg gegen den sächsischen Großen Widukind, der sich, noch 784 mit den Friesen gegen die Franken verbündet, dem fränkischen König 785 im Bardengau unterwarf und in Attigny die Taufe nahm.[21]

Nach der letzten Erhebungsphase[22] begann die Errichtung einer festen kirchlichen Ordnung durch die Überführung von Missionssprengeln in Bistümer.[23] Etwa um das Jahr 805 wurde z.B. der erste Paderborner Bischof Hathumar geweiht.

Die Kirchen- und Klosterpolitik Karls des Großen und seines Sohnes Ludwig des Frommen, die durch gezielte Privilegiengewährung[24] und durch die Übertragung grundherrschaftlicher Rechte gekennzeichnet war, zielte auf ein innenpolitisch gesichertes Reich und auf einheitliche Reichskultur. Bistümer und Abteien wurden zur Errichtung von Schulen verpflichtet, um den Seelsorgern eine solide wissenschaftliche Ausbildung zu vermitteln. Eine reichseinheitliche Liturgie wurde vorgeschrieben.[25]

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Lehre und Literatur in Corvey

Mit der ersten fränkischen Klostergründung auf sächsischem Boden in „Hethis“, der genaue Ort ist bis heute nicht bekannt,[26] und der 822 erfolgten Verlegung der Zelle an die Ufer der Weser unter dem Namen Corbeia Nova wurde der Grundstein für die Missionierung der skandinavischen Länder und der Seelsorge in den ehemals sächsischen Territorien gelegt. Neu-Corbie oder Corvey war nicht nur ein monastischer Vorposten in einer durch das Schwert christianisierten Gegend,[27] sondern entwickelte sich schon in den ersten Jahrzehnten nach seiner Gründung zu einem kulturellen und geistigen Zentrum, das seinen Nachwuchs, ebenso wie die Gründer Adalhard und Wala, ausschließlich aus dem sächsischen Adel rekrutierte.[28] Die Klosterzöglinge wurden in der Regel im Alter zwischen sieben und achtzehn Jahren[29] dem Kloster zur Ausbildung übergeben, theoretisch war aber ein Eintritt in jedem Lebensalter möglich. Die spezifische Eigenheit Corveys in der Ausbildung der jungen Mönche lag in der Tradition der Karolingischen Renovatio[30] begründet, denn der weltoffene Umgang mit den lehrhaften Texten der Antike ist nicht bezeichnend für diese Epoche. Viele Klöster standen ihrer Verwendung ablehnend gegenüber.[31] In Corvey jedoch wurde Schrifttum dieser Art nicht nur gesammelt, die Mönche setzten sich auch wissenschaftlich mit ihm auseinander. Vom Corveyer Abt Bovo II. (900-916), einem der wenigen Kenner der griechischen Sprache zu seiner Zeit, ist ein Kommentar zum Werk „Über den Trost der Philosophie“ des Boethius bekannt.[32] Heinrich Rüthing weist darauf hin, dass „in Corvey […] bereits in den ersten beiden Jahrhunderten nach seiner Gründung bedeutende Handschriften [entstanden] und noch in der Mitte des 12. Jahrhunderts […] Abt Wibald von Stablo den berühmten Cicero-Codex schreiben [ließ].“[33] Zu den ältesten erhaltenen Handschriften der Corveyer Bibliothek zählt aber auch ein Werk über die Zeitrechnung, das unabdingbar war, um den genauen Ostertermin bestimmen zu können, sowie eine Auslegung des Matthäusevangeliums.[34] Das Vorhandensein von erläuternder Literatur zur Bibel war elementar für das Textverständnis der Schüler. Zu Beginn der Ausbildung stand jedoch das Lernen der Psalmen für den Gottesdienst, der Cantica und Hymnen für das Stundengebet, sowie die Lektüre der Klosterregel, gefolgt von ersten Bibelerklärungen und geistlichen Texten.[35] Selbstverständlich setzte dieses Curriculum eine entsprechende Lese- und Schreibkompetenz , sowie Kenntnisse der lateinischen Sprache voraus. „Gelehrt wurden seit karolingischer Zeit wohl in allen Klöstern die Fächer des Trivium, […] in wenigen auch die des Quadrivium.“[36] Die antiken Texte, deren Vorhandensein in Corvey für die damalige Zeit bekannt ist oder erschlossen werden kann, ermöglichten den Klosterschülern, ihre neu erworbenen Kompetenzen, z. B. in Grammatik und Rhetorik, einzuüben und zu verfeinern.

Abgesehen von der Ausbildung der Mönche zu administrativen Zwecken - die karolingische Verwaltungsstruktur erforderte ein hohes Maß an Schriftlichkeit - bildete die monastische Lehre eine basale Form der missionarischen Nacharbeit bzw. der inneren Mission. Der neu erworbene Glaube erfuhr in der vertiefenden Lehre Festigung. Auch die Akzeptanz und Anerkennung des Klosters als Stellvertreter geistlicher Macht und Herrschaft konnte nicht nur über kaiserliche Legitimation und Privilegien erfolgen. Wohl auch, um eine lückenlose Nacharbeit zu gewähren, wurde zu Zeiten des Abtes Warin (826-856), Sohn des sächsischen Grafen Ekbert und der heiligen Ida von Herzfeld, in Corvey eine Tochterzelle der Benediktinerinnenabtei Herford gegründet.[37] Fortan bestand auch für die Töchter der sächsischen Oberschicht die Option, eine klerikale Laufbahn einzuschlagen.

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Seelsorge und Nacharbeit in Corvey - der "Heliand" und die "Sachsengeschichte" des Widukind von Corvey

Die Vermittlung der christlichen Lehre erfolgte in lateinischer Sprache. Eine elementare Aufgabe der Klöster war es aber nicht nur, Mönche auszubilden, sondern die Seelsorge für die vorwiegend illiterate Bevölkerung aufzunehmen und im Falle Corveys als Missionsstützpunkt die errungenen missionarischen Erfolge nachhaltig zu festigen und zu sichern. Zur Verankerung der heilsgeschichtlichen Weltauffassung war es demnach sinnvoll, die Inhalte der Bibel in der Volkssprache zu vermitteln, um so auch dem laikalen und dem nicht-adeligen Teil der Bevölkerung über die Predigt einen Zugang zur christlichen Glaubensvorstellung zu ermöglichen.[38]

Aus der Zeit um 850 ist ein literarisches Werk von besonderer Bedeutung erhalten: der „Heliand“, eine in altsächsischer Sprache abgefasste, poetische Darstellung des Lebens Jesu in 6000 Stabreimversen. Es liegt heute in mehreren handschriftlichen Fragmenten vor, von denen zumindest ein Teil in Corvey entstand. In der Praefatio ist ein Hinweis auf Auftraggeber, Verfasser und Zweck des „Heliand“ gegeben: Ludouicus Piissimus Augustus[39] beauftragte einen berühmten sächsischen Sänger damit, das Alte und Neue Testament in die Volkssprache zu übersetzen, um es den illiterati zugänglich zu machen.[40] Im Sinne der Wertevorstellung der germanischen Welt (Sippengedanke, Gefolgschaftstreue) wird die Heilsgeschichte und das Leben Jesu eingebettet in germanische Sitten und Gewohnheiten, ohne das zentrale christliche Denken durch diese Umformungen zu verfälschen.[41] In dieser Dichtung ist Jesus nicht als Leidender aufgefasst, sondern als aus edlem Geschlecht stammender Gefolgs- und Landesherr, dessen Jünger als Helden dargestellt werden. „Gotteskind“, „Himmelskönig“ und „der Mächtige“ sind Synonyme für den Namen Jesu.[42] Der „Heliand“ ist ein Beispiel für die Versuche, die christliche Lebenswelt mit der germanischen zu erklären und in Einklang zu bringen, ohne aber die Auslebung und Praxis der neuen Religion zu verzerren oder zu beschränken.

Um 967/968 schrieb der Mönch und Hagiograph Widukind von Corvey, der um 941/942 in das Kloster eingetreten und vermutlich ein Nachfahre des bereits erwähnten Sachsenführers Widukind war, in der „Sachsengeschichte“[43] die Historie seines Volkes nieder.[44] Auf selbstverständliche Art und Weise wird hier die sächsische Stammesgeschichte mit der Christianisierung durch die Karolinger verbunden, ohne die sächsische Identität und Abkunft zu verklären oder die karolingischen Eingriffe in das Stammesleben zu verurteilen. [45] Erstaunlich ist dieses Werk auch als Ergebnis der inneren Mission und sächsisch-christlichen Identität: 150 Jahre nach der gewaltsamen Christianisierung durch die Franken war der neue Glaube offensichtlich fest verwurzelt. Widukind von Corvey schaffte es, seinem sächsischen Kaiser Otto I. zu huldigen und gleichsam dem legendären Potentaten der Franken die Verantwortung für die Stammeseinheit der Sachsen zuzubilligen.

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Die Ausbreitung des Wirkungsbereiches: Filiation und Mission bei den Dänen und Schweden

Die missionarische Tätigkeit der Corveyer Mönche beschränkte sich nicht nur auf umliegende Abteigebiet. Schon bald nach der Gründung begann man mit der Missionierung Skandinaviens. Um die Christianisierung in den Sachsenlanden und die Expansion der christlichen Botschaft in den Norden zu fördern, bedurfte es eines soliden Netzwerkes aus Villikationen und Filiationen.[46]

Der umfangreiche Streubesitz Corveys und seine zahlreichen Neugründungen[47] resultieren aus der besonderen Stellung Corveys in der karolingischen Zeit: Von Anfang an war das Benediktinerkloster mit einer Fülle von auch außergewöhnlichen Privilegien ausgestattet, wie z. B. dem Tauschrecht und der Heerbannbefreiung.[48] Dazu kamen großzügige Schenkungen von sächsischen Adligen bei der Übergabe ihrer Kinder als Oblaten an das Kloster oder bei einem freiwilligen Eintritt im Erwachsenenalter, wie es von Gerold, dem Hofkaplan Kaiser Ludwig des Frommen, überliefert ist: Er überließ Corvey anlässlich seines Eintritts in den Konvent die gesamte villa Godelheim.[49] Eine besonders enge Beziehung pflegte Corvey zu dem Nonnenkloster in Herford, welches um 825 von den beiden corbianischen Gründermönchen Adalhard und Wala nach dem Vorbild von Notre-Dame de Soissons umgebaut und der Schutz- und Aufsichtsfunktion des Corveyer Abtes unterstellt wurde.[50] So schuf Corvey, als ehemaliger Vorposten im heidnischen Sachsenland, eine Kulturlandschaft, in der nicht nur die Regula Benedicti ihre Verbreitung fand, sondern auch überkommenes und neues Wissen tradiert wurde.

Über die Mission in den nordischen Ländern unterrichtet uns der Mönch Rimbert aus Corvey in der „Vita sancti Ansgari“. Sein Vorgänger, der Schulmeister Ansgar, war 823 als Lehrer von Corbie nach Corvey gekommen. Dort wurde er bereits im Alter von 22 Jahren zum Direktor der Klosterschule und zum Hauptprediger berufen.[51] Auf der im Juni 826 in Ingelheim stattfindenden Reichsversammlung meldete Ansgar sich freiwillig auf einen Missionsaufruf des soeben getauften Dänenführers Harald.[52] Die Taufe Haralds mit Kaiser Ludwig dem Frommen als seinem Taufpaten stellt das entscheidende Bindeglied zwischen der fränkisch-christlichen und der dänisch-heidnischen Kultur dar.[53] Ansgar und ein Mitbruder begleiteten den dänischen König zurück in sein Heimatland und begannen dort mit seiner Missionsarbeit, von der Rimbert berichtet:

„Sie erhielten Weisungen, größte Sorgfalt auf dessen Glauben zu verwenden und ihn und sein gleichzeitig getauftes Gefolge ständig durch fromme Vorhaltungen zu bestärken, damit sie nicht vom Teufel verführt in ihren früheren Unglauben zurückfielen, zugleich sollten sie auch andere durch das Wort der Verkündigung tatkräftig zur Annahme des Christenglaubens ermahnen.“[54]

Ansgar unternahm im Folgenden mehrere Reisen in den Norden, die endlich in einer Bistumsgründung am äußeren Rand des Reiches, in der Nähe der Hammaburg, gründeten.[55] Meines Erachtens ist es denkbar, dass Ansgar auf seinen späteren Reisen eine Abschrift des „Heliand“ bei sich führte: Auf Grund der sprachlichen Nähe könnte der „Heliand“ ein nützliches Werkzeug bei der Christianisierung der Skandinavier dargestellt haben. Das neugeschaffene Bistum Hamburg stellte von nun an, mit Ansgar als erstem Bischof und als Suffragan des Kölner Erzbischofs, den Ausgangspunkt und das Zentrum der missionarischen Bestrebungen in Dänemark und Schweden dar. Des Weiteren war Ansgar auch für die Seelsorge in den slawischen Gebieten um Starigard/Oldenburg, welche an sein Bistum grenzten, verantwortlich.[56] Ansgar soll in den nördlichen Landen junge Dänen und Slawen gekauft sowie Sklaven ausgelöst haben, „um sie im Dienste Gottes zu erziehen. Eine Anzahl behielt er in Hamburg bei sich, andere sandte er zur Ausbildung in das Kloster Turholt.“[57]

 

Stella Schröder

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Verwendete Literatur:

Althoff, Gerhard: Widukind von Corvey, in: Lexikon des Mittelalters (LexMA), Bd. 9. Sp. 76–78.

 Betz, Otto: Mission. III. Neues Testament, in: Theologische Realenzyklopädie (TRE), Bd. 23, S. 23–31.

 Boehmer, Johann F.: Regesta imperii, Reprografischer Nachdruck der 2. Aufl. Innsbruck 1908, Abt. I: Die Regesten des Kaiserreichs unter den Karolingern 751-918 (926), Bd. 1, Köln 1966.

 Büssem, Eberhard und Neher, Michael (Hg.): Arbeitsbuch Geschichte, Bd. 5,2: Mittelalter (3. bis 16. Jahrhundert.), bearb. von Karl Brunner, München 1983.

 Einhardus, Vita Karoli Magni. Das Leben Karls des Großen. Scherabon Firchow, Evelyn (Übers.), Einhardi Vita Karoli Magni. Post G. H. Pertz recensuit G. Waitz. Editio sexta. Curavit O. Holder-Egger (Scriptores rerum Germanicarum in usum scholarum ex Monumentis Germaniae Historicis seperatim editi.), Hannover/Leipzig 1911, 4. Aufl., Stuttgart 2006.

 Gleba, Gudrun: Klöster und Orden im Mittelalter (Geschichte kompakt: Mittelalter), 3. Aufl., Darmstadt 2008.

 Gülzow, Henneke / Reichert, Eckhard: Mission. IV. Alte Kirche, in: TRE, Bd. 23, S. 31–36.

 Hengst, Karl (Hg.), Westfälisches Klosterbuch. Lexikon der vor 1815 errichteten Stifte und Klöster von ihrer Gründung bis zur Aufhebung, Bd. 1, Münster 1992.

 Hummer, Hans J.: The Identity of Ludouicus piissimus Augustus in the Praefatio in librum antiquum lingua Saxonica conscriptum, in: Francia, 31/1 (2004), S. 1–14.

 Kaminsky, Hans H.: Studien zur Reichsabtei Corvey in der Salierzeit (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen X, Abhandlungen zur Corveyer Geschichtsschreibung 4), Köln/Graz 1972.

 Kottje, Raymund: Klosterschule, in: LexMA, Bd. 5, Sp. 1226–1228.

 Lehmann, Paul: Skandinaviens Anteil an der lateinischen Literatur des Mittelalters. 1. Stück (Sitzungsberichte der Bayerischen Akademie der Wissenschaften 1936, 2), München 1936.

 Menzel, Michael: Predigt und Predigtorganisation im Mittelalter, in: Historisches Jahrbuch 111 (1991), S. 337–384.

 Müller-Wille, Michael: Slawenmission in Mitteleuropa (Abhandlungen der Geistes- und sozialwissenschaftlichen Klasse / Akademie der Wissenschaften und der Literatur 2006,1), Stuttgart 2006.

 Padberg, Lutz. E. von: Die Inszenierung religiöser Konfrontationen. Theorie und Praxis der Missionspredigt im frühen Mittelalter (Monographien zur Geschichte des Mittelalters 51), Stuttgart 2003.

 Pöppel, Diether: Benediktinisches Leben im Hochstift Paderborn. Die Paderborner Bischöfe als Gründer und Förderer der Klöster nach der Regel des hl. Benedikt. Ein Beitrag zur Frühgeschichte des Bistums Paderborn, Paderborn 1999.

 Rathofer, Johannes: Heliand, in: TRE, Bd. 15, S. 16–19.

 Rüthing, Heinrich / Schmalor, Hermann-Josef: Mittelalterliches Klosterleben im Paderborner und Corveyer Land (Heimatkundliche Schriftenreihe 19), Paderborn 1998.

 Schäferdieck, Knut: Der schwarze und der weiße Hewald. Der erste Versuch einer Sachsenmission, in: Westfälische Zeitschrift 146 (1996), S. 9–24.

 Schäferdieck, Knut: Sachsen. I. Volk, in: TRE, Bd. 29, S. 551–557.

 Schneider, Reinhard: Karl der Große, König der Franken, in: TRE, Bd. 17, S. 644–649.

 Schneidmüller, Bernd: Widukind, in: LexMA, Bd. 9, Sp. 74–76.

 Ström, Ake V.: Mission. I. Religionsgeschichte, in: TRE, Bd. 23, S. 18–20.

 Trillmich, Werner (Bearb.): Rimbert, Vita Anskarii, in: Trillmich, Werner (Übers.):Quellen des 9. und 11. Jahrhunderts zur Geschichte der hamburgischen Kirche und des Reiches = Fontes Saeculorum Noni et Undecimi Historiam Ecclesiae Hammaburgensis Necnon Imperii Illustrantes, 7., gegenüber der 6. um einen Nachtr. von Volker Scior erw. Aufl., Darmstadt 2000, S. 3–136.

 Walls, Andrew F.: Mission. VI. Von der Reformationszeit bis zur Gegenwart, in: TRE, Bd. 23, S. 40–59.

 Weibezahn, Ingrid: Die Christianisierung Skandinaviens, in: Kloft, Hans / Scholl, Lars U. / Wefer, Gerold: Innovationen aus Bremen, Bremen 2008, S. 9–23.

 Weinrich, Lorenz (Hg.): Heiligenleben zur deutsch-slawischen Geschichte. Adalbert von Prag und Otto von Bamberg (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters: Freiherr-vom-Stein-Gedächtnisausgabe 23), Darmstadt 2005.

 Widukind von Corvey, Res gestae Saxonicae. Die Sachsengeschichte, Übers. u. hrsg. von Ekkehart Rotter und Bernd Schneidmüller, 2. Aufl., Stuttgart 2006.

 www. regesten.regesta-imperii.de/



 

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[1] Ström, Ake V., Mission I. Religionsgeschichte, in: Theologische Realenzyklopädie (TRE), Bd. 23, Berlin 1994, S. 18.

[2] Betz, Otto, Mission III, in: TRE, Bd. 23, Berlin 1994, S. 24.

[3] Gülzow, Henneke und Reichert, Eckhard, Mission IV, in: TRE, Bd. 23, Berlin 1994, S. 34.

[4] In: Weinrich, Lorenz (Hrsg.): Heiligenleben zur deutsch-slawischen Geschichte. Adalbert von Prag und Otto von Bamberg (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters : Freiherr-vom-Stein-Gedächtnisausgabe ; 23), Darmstadt  2005, S. 4.

[5] Irland, Armenien und Äthiopien waren die Ausnahmen.

[6] Weinrich 2005 (wie Anm. 4), S. 4.

[7] Vgl. hierzu: Padberg, Lutz. E. von, Die Inszenierung religiöser Konfrontationen. Theorie und Praxis der Missionspredigt im frühen Mittelalter (Monographien zur Geschichte des Mittelalters ; 51), Stuttgart 2003, S. 317-358.

[8] Walls, Andrew F., Mission V, in: TRE, Bd. 23, Berlin 1994, S. 36.

[9] Gülzow/Reichert 1994 (wie Anm. 5), S. 36.

[10] Gleba, Gudrun, Klöster und Orden im Mittelalter (Geschichte kompakt : Mittelalter), 3. Aufl., Darmstadt 2008, S. 35.

[11] Schäferdieck, Knut, Der schwarze und der weiße Hewald. Der erste Versuch einer Sachsenmission, in: Westfälische Zeitschrift 146, 1996, S. 24.

[12] Walls, Andrew F., Mission V, in: TRE, Bd. 23, Berlin 1994, S. 36.

[13] Schäferdieck 1996 (wie Anm. 11), S. 20.

[14] Gleba 2008 (wie Anm. 10), S. 24, und  Schäferdieck 1996 (wie Anm. 11), S. 24: Als mögliche Zeugnisse früher christlicher Missionierung im westlichen Westfalen deutet Schäferdieck zwei Fundstücke aus Gräbern aus der Zeit um 700: ein silbernes Pressblechkreuz aus der Nähe von Borken und eine mit Nimbus gekennzeichnete Figur aus der Nähe von Recklinghausen.

[15] Gemeint sind die Gebiete, „welche im Norden etwa bis zur Eider und Eckernförder Bucht, im Süden bis zur Unstrut und Helme und in die Randzone der Mittelgebirge, im Osten bis zur Elbe und Saale und im Westen bis zu den Sumpfniederungen westlich der Ems sowie ins westliche Münsterland und in den Raum zwischen Lippe und Ruhr östlich von Essen reichten.“ Schäferdieck, Knut: Sachsen, in: TRE, Bd. 29, Berlin 1998, S. 551.

[16] Ebd., S. 555.

[17] “Nachdem er dann alle, die ihm Widerstand geleistet hatten, besiegt und unter seine Herrschaft gebracht hatte, führte er zehntausend Sachsen, die an beiden Elbufern gewohnt hatten, mit Frauen und Kindern aus ihrer Heimat und siedelte sie in verschiedenen Gruppen zerstreut in Gallien und Germanien an.“ Einhardus, Vita Karoli Magni. Das Leben Karls des Großen. Scherabon Firchow, Evelyn (Übers.), Einhardi Vita Karoli Magni. Post G. H. Pertz recensuit G. Waitz. Editio sexta. Curavit O. Holder-Egger (Scriptores rerum Germanicarum in usum scholarum ex Monumentis Germaniae Historicis seperatim editi.), Hannover/Leipzig 1911, 4. Aufl., Stuttgart 2006, S. 21.

[18] Schäferdieck 1998 (wie Anm. 15), S. 552.

[19] Ebd.

[20] Schneider, Reinhard, Karl der Große, in: TRE, Bd. 17, Berlin u.a. 1993, S. 644–648.

[21] Schneidmüller, Bernd, Widukind, in: Angermann, Norbert (Hg.): Lexikon des Mittelalters, Bd. 9, München 1995, Sp. 74.

[22] Widerstände und Zwangsumsiedlung der Albingier und Wigmodier bis 804.

[23] Schäferdieck 1998 (wie Anm. 15), S. 555.

[24] Ein Beispiel dafür bildet die Übergabe des sächsischen Besitzes von Corbie an Corvey durch Ludwig den Frommen: „823 iuli 27 Ingilinheim pal. r.“ , Ludwig der Fromme “[...] schenkt dem kloster, welches er durch den greisen abt Adalhard von Corbie in der königlichen villa Höxter an der Weser in der provinz Sachsen, für deren christianisirung schon sein vater kaiser Karl gewirkt hatte, erbauen liess und mit den reliquien des h. Stephan aus der pfalzkapelle ausstattete und das, weil von abt Adalhard, dessen bruder Walo und den mönchen von Alt-Corbie gegründet, den namen Korvey erhielt, die villa Höxter und mit einwilligung des abts und der mönche den besitz Corbies in Sachsen, bestätigt die schenkungen der Sachsen zur stiftung des klosters und verleiht freie abtwahl sowie das recht mit den freien leuten gut und hörige zu tauschen.“

Boehmer, Johann F., Regesta imperii, Reprografischer Nachdruck der 2. Aufl. Innsbruck 1908, Abt. I: Die Regesten des Kaiserreichs unter den Karolingern 751-918(926), Bd. 1, Köln 1966, S. 309; auch zu finden unter http://regesten.regesta-imperii.de/, Regest 779

 

[25] Pöppel, Diether, Benediktinisches Leben im Hochstift Paderborn. Die Paderborner Bischöfe als Gründer und Förderer der Klöster nach der Regel des hl. Benedikt. Ein Beitrag zur Frühgeschichte des Bistums Paderborn, Paderborn 1999, S. 18.

[26] Vermutlich im Solling gelegen und 822 auf Grund der exponierten Lage wieder aufgegeben, vgl. Kaminsky, Hans H., Studien zur Reichsabtei Corvey in der Salierzeit (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen ; X : Abhandlungen zur Corveyer Geschichtsschreibung ; 4), Köln/Graz 1972, S. 17.

[27] Rüthing, Heinrich und Schmalor, Hermann-Josef, Mittelalterliches Klosterleben im Paderborner und Corveyer Land (Heimatkundliche Schriftenreihe ; 19), Paderborn 1998, S. 6.

[28] Ebd., S. 17.

[29] Als infans oblatii bis zum vollendeten siebten Lebensjahr, als pueri oblatii zwischen sieben und achtzehn Jahren. Gleba 2008 (wie Anm. 10), S. 35.

[30] „Nachhaltigste Wirkung hatte die Gründung der Aachener Domschule und die systematische Einrichtung von Dom- und Klosterschulen. Lehrkanon waren die `septem artes liberales´ […]. Eine systematische Geschichtsschreibung wurde gefördert, auch die volkssprachliche […], und die Texte für den liturgischen Gebrauch von sprachlichen Entstellungen gereinigt. Im Gefolge der dadurch gehobenen Schriftlichkeit wurde die sogenannte `karolingische Minuskel´ entwickelt […].“ Büssem, E. und Neher, M. (Hg.), Arbeitsbuch Geschichte, Bd. 5,2: Mittelalter (3. bis 16. Jahrhundert), München 1983, S. 67. und:

www. regesten.regesta-imperii.de/, Regest 951, 835: Ludwig der Fromme

„beauftragt den abt Hilduin von St. Denis alles, was er in den aus dem griechischen übersetzten oder in heimischer sprache verfassten büchern sowie den lateinischen codices, der martyrergeschichte, den büchern und ältesten urkunden des archivs der Pariser […]in allgemein fasslicher und erbaulicher darstellung in einem buch zusammenzustellen, in einem andren die vision des papstes Stephan in der kirche von St. Denis (M. G. SS. 15,2 vgl. Jaffé Reg. 2. ed. no 2316) mit den hymnen und dem officium des heiligen, diese schön und korrekt abschreiben zu lassen und ihm baldmöglichst zu senden oder zu überreichen.“ Gedruckt bei Böhmer (wie Anm. 28), S. 385.

[31] Rüthing 1998 (wie Anm. 27), S. 24.

[32] Ebd., S. 26.

[33] Rüthing 1998 (wie Anm. 27), S. 7.

[34] Ebd., S. 24.

[35] Kottje, Raymund, Klosterschule, in: LexMA, Bd. 5, München u.a. 1991, Sp. 1227.

[36] Ebd., Sp. 1228. Das Trivium und das Quadrivium bilden die sog. artes liberales: Rhetorik, Grammatik, Dialektik, Arithmetik, Geometrie, Astronomie und Musik. Vgl. Gleba 2008 (wie Anm. 10), S. 18.

[37] Pöppel 1999 (wie Anm. 25), S. 30.

[38] Menzel, Michael: Predigt und Predigtorganisation im Mittelalter, in: Historisches Jahrbuch 111, 1991, S. 348.

[39] Vermutlich Ludwig der Deutsche, vgl. Hummer, Hans J., The Identity of Ludouicus piissimus Augustus in the Praefatio in librum antiquum lingua Saxonica conscriptum, in: Francia, 31/1, 2004.

[40] Rathofer, Johannes, Heliand, in: TRE, Bd. 15, Berlin u.a. 1986, S. 16–17.

[41] Ebd., S. 18.

[42] Weibezahn, Ingrid, Die Christianisierung Skandinaviens, in: Innovationen aus Bremen, Bremen 2008, S. 11.

[43] <Rerum Gestarum Saxonicarum libri III.>

[44]Althoff, Gerhard, Widukind von Corvey, in: LexMA, Bd. 9, Sp.76.

[45] „Aber Karl der Große, der tapferste der Könige, stach durch große Weisheit hervor. Denn er dachte, […] daß sein berühmter Nachbarstamm nicht im leeren Irrglauben verharren dürfe. […] Und er zwang ihn teils durch sanfte Überredung, teils durch kriegerische Attacken dazu. […] So wurden die, die einst Bundesgenossen und Freunde der Franken waren, nun Brüder, und wie wir jetzt sehen, wurde aus dem christlichen Glauben gleichsam ein Stamm.“ Vgl. Widukind von Corvey, Res gestae Saxonicae. Die Sachsengeschichte, Übers. u. hrsg. von Ekkehart Rotter und B. Schneidmüller, 2. Aufl., Stuttgart 2006, S. 51f.

[46] „Corveyer Mönche waren an der Gründung bzw. Wiederbesetzung folgender Klöster und Propsteien beteiligt, bzw. sind als deren erste Äbte überliefert: Marsberg (826), Meppen (834), Visbeck (855), Niggenkerken (859/863), Litzig (870), Gröningen (936), Helmarshausen (997), Bursfelde (1093), Oldisleben (1088/1089) […]“ S. Hengst, Karl (Hg.), Westfälisches Klosterbuch. Lexikon der vor 1815 errichteten Stifte und Klöster von ihrer Gründung bis zur Aufhebung, Bd. 1, Münster 1992, S. 217.

[47] 834: Schenkung der Missionszelle Meppen mit allem Zubehör, 855 übertrug der König Corvey die Zelle Visbeck samt ihren Kirchen und ihrem Besitz und verlieh ihr die Immunität, ausführlicher in: Kaminsky 1972 (wie Anm. 26), S.21-30.

[48] Ebd., S.19.

[49] Pöppel 1990 (wie Anm. 25), S. 30.

[50] Kaminsky 1972 (wie Anm. 26).

[51] Weibezahn 2008 (wie Anm. 42), S. 10.

[52] Rimbert über die Taufe Haralds: „Danach geschah es, das der dänische Teilkönig Harald vom Haß und der Feindschaft anderer Könige des Landes aus seiner Herrschaft vertrieben wurde. Er suchte deshalb den erlauchtesten Kaiser Ludwig auf mit der Bitte, ihn seiner Hilfe zur Rückgewinnung der Herrschaft zu würdigen.. Der hat von ihm während dieses Aufenthalts teils selbst, teils durch andere die Annahme des Christentums verlangt; natürlich nur, wenn sie beide den einen Gott verehrten, könne ein engeres Verhältnis zwischen ihnen zustande kommen; dann erst werde auch die Christenheit ihm und den Seinen bereitwillig beistehen; so bekehrte er ihn nach Gottes gnädiger Fügung schließlich zum wahren Glauben, hob den Täufling eigenhändig aus dem heiligen Bade und nahm ihn als geistlichen Sohn an.“ Aus: Quellen des 9. und 11. Jahrhunderts zur Geschichte der hamburgischen Kirche und des Reiches = Fontes Saeculorum Noni et Undecimi Historiam Ecclesiae Hammaburgensis Necnon Imperii Illustrantes, 7., gegenüber der 6. um einen Nachtr. von Volker Scior erw. Aufl., Darmstadt 2000, darin: Rimbert Leben Ansgars, neu übertr. von Werner Trillmich, s. S. 31

[53] Lehmann, Paul, Skandinaviens Anteil an der lateinischen Literatur des Mittelalters. 1. Stück, in: Sitzungsberichte der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Jg. 1936, H. 2, S. 9-10.

[54] Quellen des 9. und 11. Jahrhunderts zur Geschichte der hamburgischen Kirche und des Reiches (wie Anm. 52), S. 35-37.

[55] „Im Bewusstsein der schon früher zur Verehrung Gottes eingeleiteten Unternehmungen bei den Dänen lobte und dankte er dem allmächtigen Gott und hielt in brennendem Glaubenseifer jetzt die Zeit für eine Prüfung der Frage gekommen, wie sich im Norden, an der Grenze seines Reiches ein Bischofssitz errichten lasse; einerseits musste er dem dort eingesetzten Bischofe Gelegenheit bieten, die nordischen Länder häufig auf Missionsreisen zu besuchen, andererseits den Barbarenvölkern leicht und ausreichend das Geheimnis der heiligen Sakramente zu empfangen. Ebd., S. 43.

[56] Müller-Wille, Michael, Slawenmission in Mitteleuropa (Abhandlungen der Geistes- und sozialwissenschaftlichen Klasse / Akademie der Wissenschaften und der Literatur; 2006,1), Stuttgart 2006, S. 14.

[57] Ebd.,  S. 51.

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